Architekt

Der Architekt – Ihr verlässlicher Planer und Partner am Bau

Der Architekt ist Ihr wichtigster Begleiter, wenn Sie bauen oder modernisieren. Egal wie groß Ihr Bauvorhaben ist, er unterstützt Sie beim Entwickeln Ihrer Vorstellungen und technischen Planung. Der Architekt berät Sie ab der ersten Idee, vertritt Ihre Interessen bei den Bauämtern, koordiniert die anderen Gewerke und überwacht die Bauausführung.

1. Die Ausbildung zum Architekt


Architekt ist in Deutschland eine geschützte Berufsbezeichnung. Es darf sich nur Architekt nennen, wer in die Architektenliste der Architektenkammer eingetragen ist. Dort wird nur aufgenommen, wer über eine qualifizierte Ausbildung verfügt und sich im Berufsleben bewährt.

Architekt, Plan, Hand

Die Zugangsvoraussetzungen zum Architekturstudium sind in Deutschland sehr unterschiedlich. Am besten informiert man sich direkt an der jeweiligen Hochschule. Zurzeit (2017) gibt es über 80 Architektur-Hochschulen mit Master-Studiengang. Dazu kommen noch Hochschulen, die über einen Diplom-Studiengang verfügen. Diese werden aber durch die Auswirkungen des Bologna-Prozesses immer weniger.

Folgende Titel werden an Hochschulen mit Bachelor/Master-Abschluss im Rahmen des Architekturstudiums vergeben:


  • Bachelor of Arts (B.A.), Bachelor of Science (B.Sc.), Bachelor of Engineering (B.Eng.)
  • Master of Arts (M.A.), Master of Science (M.Sc.), Master of Engineering (M.Eng.)

Die Berufsbezeichnung eines Absolventen eines Masterstudiengangs Architektur ist dann z.B. M.A. of Architecture.

Die Studiendauer ist abhängig von der Hochschule, ob Fachhochschule oder Universität. Die Regelstudienzeit beträgt für den

  • Bachelor an der FH 6 Semester
  • Bachelor an der Universität 8 Semester
  • Master zuzüglich 2 Semester an der FH
  • Master zuzüglich 4 Semester an der Universität

Die Aufnahme in die Architektenkammer und damit auch die Verwendung der Berufsbezeichnung Architekt ist auch für einen Bachelor-Absolvent möglich. Voraussetzung ist jedoch ein Studium an einer Universität mit 8 Semestern Regelstudienzeit. Absolventen eines 6-semestrigen Studiums an einer Fachhochschule dürfen die Berufsbezeichnung „Architekt“ nicht führen.

2. Was macht ein Architekt?


Wer bauen will, braucht verlässliche Partner. Vor allem wenn Sie eine individuelle Wohnraumlösung suchen, sollten Sie einen Architekten zu Rate ziehen. Zusammen mit Ihnen als Bauherr erarbeitet ein Architekt eine passende Lösung für Ihr Bauprojekt. Er stellt die Einhaltung der Kosten, Termine, Gestaltung, Funktionalität und die wirtschaftliche Nutzbarkeit sicher.



Der Architekt hört Ihnen als Bauherr zu und hilft Ihnen bei der Entwicklung eines Entwurfs. Er setzt Ihre Ideen und Vorstellungen in konkrete Vorschläge um.  Er berät Sie in allen Bauthemen, lässt Sie aber letztendlich immer entscheiden. Denn Sie sind ja der Bauherr und es ist Ihr Bauvorhaben.

Er ist auch Experte in rechtlichen Dingen, d.h. er kennt sich mit den Bauvorschriften aus. Für Sie besonders wichtig ist, dass der Architekt als Ihr Partner weiß, wie man mit den zuständigen Behörden umgeht. Auch weiß er die einzelnen Gewerke richtig anzusprechen und zu koordinieren.

Auch gut zu wissen: der Architekt darf keine Provisionen und Geschenke annehmen und ist deshalb auch unabhängig von wirtschaftlichen Interessen Anderer.

Ein guter Architekt bildet sich auch immer weiter. Die Architektenkammer bietet z.B. immer Fortbildungen über neueste Entwicklungen in der Baubranche an. Hier kann er sich über neueste Materialien und Baustoffe oder über neue Techniken informieren.

Die Architektenkammer überwacht auch die Einhaltung der Berufsordnung. Ob Hausbau, Umbau oder Altbausanierung – bauen mit Architekt ist eine sichere Lösung. Auch weil die Honorarkosten in einer Verordnung festgelegt sind.

Der Bauablauf mit einem Architekten gliedert sich in neun Phasen, die wir im Folgenden für Sie zusammengestellt haben.

3. Der Bauablauf mit einem Architekten – die Leistungsphasen



ZeichnungWas macht ein Architekt nun genau? Was sind die Aufgaben eines Architekten? Die Arbeit eines Architekten gliedert sich in 9 Abschnitte. Man nennt sie die „Leistungsphasen“. Diese sind in der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) festgelegt.


Leistungsphase 1: Die Grundlagenermittlung

In der ersten Leistungsphase prüft der Architekt die Lage und Besonderheiten des Grundstücks. Vor allem wenn Sie neu bauen, ist das wichtig. Infolgedessen klärt er Fragen wie: „Darf ich mein Grundstück eigentlich bebauen? Was darf ich an einem bestehenden Gebäude überhaupt verändern?“ Er bespricht mit Ihnen Ihre Vorstellungen.
Außerdem berät er Sie auch, welche Fachplaner – wie z.B. Statiker, Bauphysiker oder Planer Brandschutz – hinzugezogen werden können.

Leistungsphase 2: Die Vorplanung

Während dieser Phase erfolgt die erste Vorplanung Ihres Hauses. Dazu fertigt der Architekt Grundriss-, und Ansichtsskizzen an, in die Ihre Vorstellungen einfließen. So haben Sie schon früh ein Bild, wie Ihr Gebäude einmal aussieht. Ihr Architekt achtet aber auch auf die Wirtschaftlichkeit und sucht nach Einsparungsmöglichkeiten.

Leistungsphase 3: Die Entwurfsplanung

Aus der Vorplanung erstellt Ihr Architekt ein Planungskonzept und eine Kostenschätzung anhand von Vergleichszahlen ähnlicher Gebäude. Nun wird aus Ihren Ideen (auf dem Papier) ein sichtbares Gebäude. Denn der Entwurfsplan zeigt die Fassaden und Räume Ihres Bauvorhabens bis hin zu den ersten Einrichtungsideen. Deshalb stimmt der Architekt mit den Fachplanern erste technische Themen ab. Dazu spricht er z.B. mit den Experten für Heizung oder Sanitär erste technische Themen ab.

Leistungsphase 4: Die Genehmigungsplanung

In dieser Phase wird Ihr Entwurf für die Baugenehmigung bearbeitet. Das heißt, dass alle Unterlagen, die für die Baugenehmigung notwendig sind, bei den zuständigen Behörden eingereicht werden. Die Bewilligung wird von der Bauaufsichtsbehörde erteilt. Diese Behörde stellt sicher, dass Ihr Bauvorhaben mit dem öffentlichen Recht konform ist. Dann kann ihr Vorhaben von der Behörde genehmigt werden.

Eine Ablehnung und eine neue Antragstellung kosten sehr viel Zeit und Geld. Deshalb sollte Ihr Antrag sehr gut vorbereitet sein. Dabei ist ein Architekt ein unerlässlicher Partner. Denn er führt alle notwendigen Gespräche mit Ämtern.

Dazu zählen z.B.:

  • Stadtplanungsamt
  • Tiefbauamt
  • Amt für Denkmalschutz

Die bei den Gesprächen gewonnenen Informationen und Besprechungs-Ergebnisse fließen in die Planung zur Genehmigung ein.

Bis die Genehmigung erteilt ist, nutzt der Architekt die Wartezeit, um parallel die Leistungsphase 5 zu erarbeiten.

Leistungsphase 5: Die Ausführungsplanung

Nun beginnt die Planung der Bauausführung mit allen Details. Unter Berücksichtigung städtebaulicher, technischer und anderer Anforderungen werden die Ergebnisse aus Phase 3 und 4 überarbeitet. Jetzt werden auch die Beiträge aller anderen an der Planung beteiligten Spezialisten (z. B. für Heizung, Elektro, Sanitär) in die Planung integriert.
Am Ende dieser Phase sind alle Einzelheiten Ihres Baus festgelegt und zeichnerisch erfasst. Eine detaillierte Ausführungsplanung ist die Grundlage jeder guten Ausschreibung der Leistungsphase 6.

Leistungsphase 6: Vorbereitung der Vergabe

Wenn die Baugenehmigung erteilt ist, beginnt der Architekt mit der Zusammenstellung der Vergabeunterlagen. Man nennt sie auch Ausschreibung oder Leistungsverzeichnis. Das heißt: er erfasst alle Gewerke Ihres Bauvorhabens in so genannten Leistungsverzeichnissen. Detaillierte Beschreibungen der geforderten Leistungen, zum Teil mit Plänen, sind für jede Leistung/Gewerk der Grundstein für eine wirtschaftliche Baustelle. Diese Leistungsverzeichnisse erhalten die Firmen, um ein günstiges Angebot zu stellen.

Tipp zum Architekten

Je besser die Ausschreibung, desto besser der Preis. Hier spart Ihnen das Wissen Ihres Architekten bares Geld. Denn Angebotsabweichungen bis zu 30 % sind möglich. Im Verlauf dieser Phase werden alle Leistungen, die während Ihres Bauvorhabens erbracht werden, ausgeschrieben. Das Ziel der Ausschreibungen ist es, den günstigsten Anbieter für die jeweilige Leistung zu finden.

Leistungsphase 7: Mitwirkung bei der Vergabe

Der Architekt wertet die Ergebnisse der Ausschreibung für das jeweilige Gewerk aus. Im Anschluss schlägt er Ihnen nach der Prüfung eine günstige und gute Firma vor. Nach der Auswahl der Firmen werden die Bauverträge vorbereitet. Darin werden Termine, Baupreise und Gewährleistungen mit den Firmen vereinbart.

Tipp:

Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen VOB (vor 2002: Verdingungsordnung für Bauleistungen), „die Bibel des Baus“, an die sich alle Architekten halten, gibt eine vierjährige Verjährungsfrist. Vereinbaren Sie deshalb alle Bauleistungen nach VOB.

Leistungsphase 8: Objektüberwachung

Nun da alle Bauaufträge vergeben sind und der Bauantrag von den Behörden genehmigt ist, beginnt die eigentliche Bauphase. Die Aufträge Ihres Architekten in dieser Bauphase sind sehr vielfältig. Um den Baufortschritt zu kontrollieren, ist Ihr Architekt nun regelmäßig auf der Baustelle anwesend. Er vertritt Sie als Bauherrn, koordiniert die Arbeiten aller Gewerke und überwacht die Einhaltung der Planvorgaben.
Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist die Abnahme der Bauleistungen. Stimmen die Maße? Wurde ordentlich verputzt? Passt die Qualität des verwendeten Materials? Ihr Architekt stellt Mängel fest und überwacht deren Beseitigung. Er begleitet Ihre Baustelle bis zur Abnahme durch die Behörden.

Leistungsphase 9: Objektbetreuung und Dokumentation

Auch nach der Fertigstellung Ihres Bauvorhabens endet die Arbeit eines Architekten nicht. Denn er dokumentiert Ihr Bauvorhaben und stellt alle Planungsunterlagen zusammen. So kann auch in den nächsten Jahren in einem Fall von Mängeln schnell reagiert werden. Bis zum Ablauf der Gewährleistungszeit betreut Ihr Architekt die Beseitigung der Mängel.

4. Was kostet ein Architekt?


Der Architekt ist meist der erste, mit dem Sie Kontakt aufnehmen. Und er bleibt bis zuletzt Ihre wichtigste Bezugsperson. Lesen Sie weiter und Sie erfahren im Detail, was Ihr Architekt kostet: Hier finden Sie die Kosten, das Honorar eines Architekten, aufgeschlüsselt für jede einzelne Leistungsphase.

Das Honorar für Ihren Architekten richtet sich nach der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure). Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe der Verordnung: HOAI.
Entscheidend für die Höhe der Vergütung sind zwei Faktoren:

  • Die Aufgabenstellungen und deren Schwierigkeitsgrad

Sie sind in fünf Honorarzonen festgelegt. Die Zone I entspricht dabei dem Schwierigkeitsgrad einer Lagerhalle, Zone III oder IV einem Einfamilienhaus. Zone V beispielsweise wäre ein Krankenhaus oder ein Forschungszentrum.

Außerdem entscheiden

  • Die anrechenbaren Kosten

über die Höhe der Entlohnung. Die anrechenbaren Baukosten umfassen alle Aufwendungen für die Baufirmen des Bauwerks, die der Architekt geplant hat.

Durch gute Planung und detaillierte Ausschreibungen erzielen Sie günstige Preise. Zusätzlich erreicht man mit einer gewissenhaften Prüfung der Firmenrechnungen Einsparungen. Auf diese Weise erwirtschaften Sie als Bauherr bei der Bauüberwachung einen großen Teil des Architektenhonorars.

Wenn Sie Ihren Architekten für alle neun Leistungsphasen beauftragen, beträgt das Gesamthonorar ungefähr 10 % der gesamten Kosten für Ihr Bauvorhaben.

Entsprechend verringert sich das Honorar, wenn Sie ihn nur mit einzelnen Leistungsphasen betrauen. Die Berechnung der einzelnen Leistungsphasen geschieht nach folgendem Schlüssel:

Prozentualer Anteil der einzelnen Leistungsphasen am Gesamthonorar

Bei Umbauten kommt noch ein Zuschlag von 20-33 % dazu, da der Architekt die bestehenden Gebäudeteile mit in seiner Planung berücksichtigen muss, ohne dass diese in den anrechenbaren Kosten der Bausumme erscheinen.

Was ist bei einem Vertrag mit dem Architekten zu beachten? 
Zwischen Ihnen als Bauherrn und Ihrem Architekt sollte ein schriftlicher Vertrag geschlossen werden. Dieser sollte die Leistungen des Architekten bei der Planung und Durchführung Ihres Bauvorhabens genauestens regeln. Hierzu gibt es Vorlagen im Internet.
Architekten sind generell verpflichtet, bereits schon in Leistungsphase 1 mit dem Auftraggeber den wirtschaftlichen Rahmen für das Bauvorhaben abzustecken. Wenn sich im Rahmen des Bauvorhabens die Bausumme deutlich erhöht, erhält der Architekt normalerweise kein höheres Honorar. Da  dies als Planungsmangel gilt, der dem Architekten zuzurechnen ist.

5. Ihre Checkliste für eine gute Zusammenarbeit


Der Architekt nimmt sehr viele Aufgaben in Ihrem Namen wahr. Daher ist er Ihre Vertrauensperson. Hier finden Sie eine kleine Checkliste, mit den wichtigsten Tipps für eine gute und professionelle Zusammenarbeit:


  • Haben Sie an den Architektenvertrag gedacht?
  • Haben Sie ein Honorar für Kosteneinsparungen mit dem Architekten vereinbart?
  • Haben Sie den Vorentwurf mit dem Architekten besprochen?
  • Sind alle Änderungswünsche eingeplant?
  • Haben Sie alle Möglichkeiten durchgesprochen, Ihre Kosten zu senken?
  • Hat der Architekt die Ausschreibungsunterlagen gefertigt?
  • Hat der Architekt eingegangene Angebote verglichen?
  • Hat der Architekt einen schriftlichen Terminplan erstellt?